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 Die historische Bedeutung des Brunnens

Die Anfänge der Trinkwasserversorgung

Die Trinkwasserversorgung war seit je her die wichtigste aller Wassernutzungen. Nur wo ausreichende Mengen von Wasser guter Qualität vorhanden waren, konnten sich andauernde Besiedlungen bilden. So kam es auch dazu, dass sich Menschen im Schweizer Alpenraum, also auch in Nidwalden, trotz der schlechten Verkehrswege und des nicht unbedingt milden Klimas niederliessen. Hier gab es nämlich praktisch unbegrenzt Wasser in bester Qualität. Anfänglich waren daher auch kaum Regelungen über den Bezug und Verbrauch des Wassers und auch keine aufwändig institutionalisierte Wasserversorgung nötig. Für grössere Siedlungen wurden umliegende Quellen gefasst und deren Wasser dann in öffentliche Brunnen geleitet. Orte an Seen oder an Flüssen liegend nahmen dagegen ihr Trinkwasser direkt aus diesen Ressourcen. Im Unterschied zu heute wurde das Wasser noch nicht durch Rohrleitungen in die Häuser geleitet, wo nur der Wasserhahn aufgedreht werden muss und das saubere Leitungswasser unbegrenzt hinaus fliesst. Früher mussten die Menschen jeden Tag zum nächstgelegenen Brunnen oder Gewässer gehen, um Wasser für den täglichen Gebrauch zu schöpfen. So wurde der Brunnen neben seinem praktischen Zweck zu einem Treffpunkt, vor allem für Frauen und Dienstboten, da deren Aufgabe, wie auf Abbildung 1 zu sehen ist, das Wassertragen war.

 

 

 

 
 
 
 
 
 
Ursprüngliche Brunnenanlagen

Die ursprünglichen Brunnenanlagen wurden nur zum Zweck des Quell- und Regenwasser Sammelns erbaut. Sie dienten den verschiedenen täglichen Wassernutzungen der Bewohner in ihrer Umgebung, wie zum Beispiel Waschen und Kochen, im Speziellen aber als Trinkwasserspender. Verwendet wurden dazu die einfachsten Formen des Brunnens, nämlich die Zisterne oder der Sodbrunnen (auch Ziehbrunnen genannt). Diese zwei Brunnen hatten einen reinen Nutzungszweck.

Die Zisterne

Zisterne wird ein unterirdischer oder abgedeckter Sammelbehälter, vergleichbar mit Abbildung 2, für Nutz- oder Trinkwasser genannt. Diese Art Wasser zu speichern gibt es schon über 7000 Jahre (seit der Stein-/Bronzezeit) und der Behälter war anfänglich lange aus einer Betonmischung hergestellt oder in Stein geschlagen. In diesen Behältern wurde der Niederschlag oder auch das Oberflächenwasser gesammelt. Diese zum Teil sehr grossen Wasserreservoire konnten aufgrund des wechselnden Wasserstandes entweder mit Treppen oder Hebevorrichtungen erreicht werden. In unseren Regionen waren die Zisternen nicht so gross dimensioniert und der Wasserbezuge erfolgte mittels einer Welle, an der ein oder mehrere Eimer in die Tiefe gelassen und wieder raufgezogen wurden. Eine Welle ist mit einer Winde zu vergleichen, also beispielsweise eine Stange, an der ein Seil befestigt wird, das auf- oder abgewickelt wird, sobald die Welle gedreht wird. Problematisch bei diesem Brunnentyp war, dass sich vor allem Regenwasser schlecht als Trinkwasser eignete, da es oft durch Vogelkot, Laub oder Staub verschmutzt wurde. Ausserdem konnte es auch zur Fäulnisbildung von organischen Substanzen im Innern der Zisterne kommen.

Auch heutzutage werden Zisternen noch genutzt, aber nur noch als Sammelbehälter für Nutzwasser zum Beispiel für Waschmaschinen, Toiletten, als Löschwasserreservoire und vieles mehr. Heute werden die Zisternen aus Kunststoff oder Beton gefertigt und können Grössen von 2–40 Kubikmeter haben.

 
 
 
 
 
 
 
Der Ziehbrunnen

Der andere nur zweckerfüllende, eingangs erwähnte Brunnen, der Sodbrunnen, wird auch Ziehbrunnen oder gegrabener Brunnen genannt und ist auf Abbildung 3 abgebildet. Die Form des Brunnentrogs bildet ein zylindrisches Loch, welches im Gegensatz zur Zisterne nicht als Sammelbehälter diente, sondern senkrecht bis hinunter zum Grundwasser gegraben wurde. Mit gehauenen Steinen wurde dieses Loch bis nach ganz oben eingemauert, damit das Konstrukt nicht einstürzt. Ein Teil dieser Steine bilden auch den Brunnenrand. Zum Schutz des Wassers stand über dem Loch ein Häuschen aus Holz mit einem steilen Dach, auf dem eine Windfahne mit einem Wappen befestigt war. Das Grundwasser wurde entweder an einer Kette oder an einem Seil mit einem Eimer raufgezogen, oder mit einer Handpumpe raufgepumpt.

 
 
 
 
Der Röhrenbrunnen

Bald schon wurden die Vorzüge des reinen Quellwassers im Gegensatz zum Grundwasser entdeckt. Damit allen Bürgern der Zugang zu Quellwasser ermöglicht werden konnte, wurden Stockbrunnen (auch Röhrenbrunnen genannt) erbaut. Bei diesem Brunnentyp wurde Wasser von Quellen, die ausserhalb des Dorfes oder der Stadt gefasst wurden, über grosse (Zuleitungs-)Rohre in den Brunnenstock und dann durch das hölzerne Querrohr in den Brunnentrog geleitet. In diesen Brunnentrog floss also ständig frisches Quellwasser. Wie in Abbildung 4 zu erkennen, hatten Röhrenbrunnen die Gestalt eines ausgehöhlten Holzpfostens mit einem seitlichen Röhrenausfluss. Der Holzpfosten respektive Brunnenstock wurde mit einem Sammeltrog in Form eines ausgehöhlten Holzstamms verbunden. Der Brunnenstock (Holzpfosten), war also der charakteristische Hauptbestandteil des Brunnens.

Das Abwasser dieser Brunnen wurde in einem Netz von offenen Kanälen, also in mit Steinplatten ausgelegten Rinnen, abgeleitet.

Da Nidwalden eine sehr gebirgige Region mit vielen Quellen ist, konnten die Bewohner dort schon früh ihr Wasser von laufenden Brunnen mit frischem Quellwasser beziehen und waren nicht auf Zisternen und andere hygienisch bedenkliche Einrichtungen angewiesen. Denn vor allem in dicht besiedelten Gebieten verschmutzten Grundwasserbrunnen oft sehr schnell und lösten regelmässig tödliche Typhus-, Cholera- und Pestepidemien aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
Der Brunnen im Wandel der Zeit
Der Brunnen als Kunstwerk

Die künstlerische Ausgestaltung der Brunnenwerke etablierte sich erst im späten Mittelalter (1300 − 1500). Der Brunnen wurde nicht mehr nur als Mittel zum Zweck erachtet, sondern seine Bedeutung für die Bürger fand nun auch ihren Ausdruck in der künstlerischen Gestaltung des Wasserspenders. Während der Zweckgedanke der Anlage abnahm, wurde dem Brunnen neben seiner nicht zu unterschätzbaren Bedeutung als Wasserspender für eine gesamte Bürgerschaft immer mehr optische Beachtung geschenkt. Um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert erfolgte die Umgestaltung der in der Schweiz dominierenden Holzbrunnen zu Steinbrunnen. Hauptsächlich wegen Witterungseinflüssen, die dem Trog und Stock oft sehr zusetzten, wurden fast überall die Holz- durch Steinanlagen unter Weiterverwendung der vorhandenen Leitungen ersetzt. Stein als neues Baumaterial setzte sich schnell durch. Mitte des 16. Jahrhunderts schliesslich trat Stein als Baustoff seine fast unbeschränkte Herrschaft gegenüber dem herkömmlichen Holzbrunnen an. Diese neugestalteten Steinbrunnen, bei denen oft in der Mitte des Troges der Stock in Form einer steinernen Säule stand, wurden häufig prunkvoll verziert und dekoriert. Dazu gehörten Bekrönungen des Stocks mit allegorischen-mythologischen Gestalten, figuralen Darstellungen von Menschen und Tieren, Personifikationen der Tugenden und Bannerträger als Künder der bürgerlichen Wehrhaftigkeit. Die Flächen der Säule wurden oft mit verschiedensten Schilderungen in Reliefarbeit und Wappen geziert. Auch der Brunnenschaft wurde spielerisch Ausgeschmückt mit Bändern, Blatt- und Rankenwerken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser neue Trend der Steinbrunnen mit einer wundervollen Dekoration setzte sich in der Schweiz zuerst in den größeren Städten wie Basel, Bern oder Luzern durch, wurde aber dann schnell von ländlicheren Gebieten übernommen.

Dazu folgendes Zitat aus dem Buch «Schweizer Brunnen» von Paul Meintel in dem Stans und ein dort sich befindender Dorfbrunnen explizit erwähnt werden:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bereits seit dem 15. Jahrhundert wurden auch einzelne Brunnen bemalt, was sich auch in der Renaissance und später fortsetzte. Die Bemalung hatte einerseits den praktischen Zweck in dem zum Beispiel Ölfarben das Gestein des Brunnens gegen die zerstörenden Einflüsse der Witterung schützten und andererseits verlieh beispielsweise eine Polychromierung dem Brunnenwerk eine frohe, lebendige Note. Vor allem Säulen und Standbilder wurden bunt geschmückt mit oft sehr gegensätzlichen Farbtönen. Der Brunnentrog aber behielt seine Naturfarbe bei. Ein Beispiel für einen solchen Brunnen ist der Simsonbrunnen auf Abbildung 5 (oben).

Der Brunnen als Statussymbol

Seit Anfang des 16. Jahrhunderts gibt es immer mehr Aufzeichnungen über Brunnen, deren Entstehung eng mit der baulichen Entwicklung der Siedlungen zusammenhängen. In dieser Zeitperiode standen nämlich die würdige und charakteristische Ausschmückung von Strassen und öffentlichen Plätzen im Vordergrund. Nicht mehr nur Gotteshäuser zeigten nun den Reichtum der Bürgerschaft und lagen den Bauherren und Zünften besonders am Herzen. Der prunkvolle Brunnenbau stand nun ebenfalls immer mehr im Zentrum und die schönen Brunnen wurden aufgrund ihres Schmuckes und des architektonischen Aufbaus in den Vordergrund des Stadt- oder Dorfbildes gerückt. Dabei wurde sorgfältig Acht gegeben, dass der Wasserspender auch im Grössenverhältnis in Einklang mit seiner Umgebung war. Für den Brunnenbau und die Dekoration des Brunnens berief man nur die allerbesten Künstler und Meister. Der Brunnenarchitekt durfte über den Standort des Brunnens entscheiden. Diese Platzfrage hatte eine grosse Bedeutung. Abgesehen davon, dass der Brunnen das Stadt- beziehungsweise Dorfbild verschönern und einen würdigen Platz bekommen sollte, mussten die festgelegten Wasserleitungen und Verkehrswege beachtet werden. Ausserdem sollte die Brunnenanlage nicht zu nahe bei einem anderen Brunnen sein und gut positioniert im Falle eines Brandes stehen, um mit Löschwasser zu dienen. Um alle diese Kriterien zu erfüllen mussten sogar manchmal gesetzliche Vorschriften fallengelassen werden. Dazu wurde ein Holzmodell des Brunnens angefertigt, das etliche Male versetzt wurde, bis der optimale Brunnenstandort gefunden war. Um dem Brunnen mehr Aufmerksamkeit zu verleihen wurde er auf Stufen gesetzt.

Auch der gute Unterhalt der Brunnen war von Wichtigkeit. Daher hatte jede Siedlung eine eigene Brunnenordnung mit einem Brunnenmeister, der die Aufsicht über das ganze Brunnenwesen hatte. Dieser Brunnenmeister war den städtischen Bauherren unterstellt und musste Acht geben, dass die Anlage laufend Wasser führte und keine Unsauberkeiten im Brunnen waren. Im Winter musste der Brunnen mit Laub umlegt werden, damit er nicht einfror. Allgemein wurde das Brunnenwesen sehr streng geregelt und Verstosse gegen die Regelung hart bestraft. Es war verboten im Brunnen zu baden, zu Waschen, etwas rein zu stossen oder um den Trog herum mit dem Besen zu fegen. Schmutz verursachende Arbeiten wie Waschen mussten in einem Nebenbrunnen, einem sogenannten „Sudeltrögli“ stattfinden, falls so eines vorhanden war. Um das alles zu überwachen waren zum Teil ein bis zwei heimliche Aufseher in der Nähe, die Regelverstösse sofort meldeten. Hier als Beispiel ein Ausschnitt aus dem Buch «Schweizer Brunnen» von Paul Meintel, das eine Bestimmung vom Luzerner Ratsbuch von 1415 betreff der Reinhaltung der öffentlichen Brunnen enthält:

 

 

 

 

 

So wurden in diesem Jahrhundert viele wunderschön ausgeschmückte Brunnen gebaut, die vor allem ästhetische und historische Bedeutung hatten. Wie bereits erwähnt folgten auch die ländlichen Gebiete den Städten mit dem exzessiven Brunnenbau und bald ergab sich ein Wetteifern in der Erstellung der Brunnen.

Von der Steinzeit bis zum späten Mittelalter haben sich die Bedeutung und Funktion des Brunnens als notwendiger Wasserspender für Mensch und Tier nicht gross verändert. Seit dem 15. Jahrhundert diente der Brunnen jedoch nicht mehr nur seinem ursprünglichen Zweck als Wasserspender, sondern auch als Statussymbol. Er repräsentierte den Reichtum der Bürgerschaft, zierte das Stadt- und Dorfbild, stand als Denkmal und zeigte die Macht und den Einfluss des Erbauers. Röhrenbrunnen mit einem künstlerisch gestalteten Stock gehörten von da an zu einem festen Bestandteil des Dorfbildes. Weiterhin war der Brunnen aber immer noch ein Treffpunkt für Wasserholende, Wäscherinnen und Ausruhende.

Direkte Wasserversorgung der Haushalte

Da in der frühen Neuzeit (1500 − 1800) die Einwohnerzahlen immer grösser wurden und nur wenige Privilegierte die Möglichkeit hatten die öffentlichen Leitungen für die Versorgung des eigenen Hauses zu nutzen, mussten die Dörfer mit etlichen neuen Brunnen versorgt werden. Diese Brunnenanlagen gehörten meistens Korporationen oder privaten Unternehmen. Die Bewohner der umliegenden Häuser hatten also mit den neu gebauten Trinkwasserspendern mehr und nähere Möglichkeiten Wasser zu beziehen.

Über Jahrhunderte erfolgte die Wasserversorgung durch öffentliche Brunnen und Oberflächengewässer wie Seen, Flüsse und Bäche. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts ermöglichten Reservoire und Druckleitungen, zuerst in den Städten und dann Schritt für Schritt auch auf dem Land, eine direkte Versorgung der Haushalte. Bis zum ersten Weltkrieg verfügten dann die meisten Haushalte über fliessendes Leitungswasser.

 

In Stans hat 1890 die Gemeinde den Dorfbach und die Dorfbrunnen mit den dazugehörigen Quellen und Wasserleitungen von der Korporation übernommen. 1893 wurde ein Reglement für die Abgabe von Wasser an Private ausgearbeitet und Anmeldescheine und Kostenberechnungen in alle Haushalte verteilt. Es gingen zahlreiche Anmeldungen ein, welche der Gemeinde ein Jahreseinkommen von damals stattlichen 2'230 Fr. einbrachten. Anfänglich gab es eine direkte Wasserversorgung nur im Dorfkreis Stans. Das Versorgungsgebiet wurde immer wieder ein wenig erweitert bis schlussendlich 1937 auch die ganze Gemeinde Stansstad in die Stanser Wasserversorgung eingebunden war. Später kamen noch Teile von Büren und Oberdorf dazu.

Im Allgemeinen wurden immer zuerst das Grundstück und dann nach und nach die Küche und zuletzt die anderen sogenannten Nasszellen am Wassernetz angeschlossen. Vor allem in den ländlichen Regionen wurde die Toilette oder die Dusche zum Teil erst nach dem zweiten Weltkrieg angeschlossen.

Der Stellenwert des Brunnens heute

Seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts hat der Brunnen in Nidwalden die lebensnotwendige Bedeutung seiner Funktion als Trinkwasserspender verloren. Dadurch, dass die Menschen nicht mehr jeden Tag zum Dorfbrunnen pilgern müssen um Wasser für den alltäglichen Gebrauch zu schöpfen, sondern alle zuhause Leitungswasser haben, ist die Rolle vom Brunnen als plätschernder Treffpunkt auch nicht mehr gegenwärtig. Zudem hat sich auch der Stil des Brunnenbaus stark verändert. Heute werden mehrheitlich moderne und schlichte Brunnenformen, wie die Abbildung 8 zeigt, gewählt. In Nidwalden wurden in den letzten Jahren nur noch vereinzelt öffentliche Brunnen gebaut und der Bevölkerung zur Verfügung gestellt. Diese Brunnen sind dann meist aus Beton und nicht aufwändig gehauen wie ein paar Jahrhunderte davor, aber natürlich gibt es Ausnahmen.

Die alten und prächtigen Brunnen, die heutzutage noch vereinzelt in den Städten und Dörfern stehen, haben zwar ihre Symbolkraft als Statussymbol verloren, bleiben jedoch geschichtliche Zeitzeugen. Auch wenn den Brunnen kaum mehr so viel Beachtung geschenkt wird wie früher, haben sie trotzdem noch eine gewisse magische Anziehungskraft. Sie sind Sehenswürdigkeiten, die eine gewisse Ruhe ausstrahlen und gerne besucht und betrachtet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Beruf Brunnenmeister ist auch geblieben. Er trägt jedoch heute wesentlich mehr Verantwortung und ist vor allem dafür besorgt, dass die Wasserversorgung in seiner Gemeinde sichergestellt ist.

Durch die direkte Anbindung der Haushalte an das Wassernetz haben sich die Funktion und die Verwendung des (Dorf-)Brunnens grundsätzlich verändert. Von der lebensnotwendigen Einrichtung hat er sich über die Jahre mehr und mehr zum Kunstwerk gewandelt. Eigentlich werden die Brunnen nicht mehr wirklich benötigt und trotzdem würden sie dem Dorfbild und jedem von uns fehlen.

Die Informationen für die folgende Zusammenfassung sind hauptsächlich aus «Schweizer Brunnen» [Meintel, 1933] (Seite 3-25), «Wasser, das blaue Wunder» [Wasserversorgung Stans, 1993] (Kapitel «Geschichte», Seite 4-11) und «Ökopfad Nidwalden, Quellwasser» [Umweltberatung Nidwalden, 1997] (Kapitel «Von öffentlichen Brunnen zur zentralen Wasserversorgung»). Teilweise stammen Angaben auch aus dem Internet. (Eckige Klammern verweisen auf das Quellenverzeichnis, welches Sie als Unterseite der Rubrik «Meine Arbeit» finden)

Abb. 1: Stanser Dorfplatz mit Dorfbrunnen um 1828, Treffpunkt vor allem für Hausfrauen und Mägde, die wie auf dieser Abbildung im Nebentrog ihre Wäsche machten.

[Ökopfad Nidwalden, Quellwasser]

Abb. 2: Auf diesem Bild ist eine Zisterne zu sehen. Das gesammelte Wasser wird hier mit einem Kessel an einer Kette raufgezogen.

[upload.wikimedia.org]

Abb. 3: Auf diesem Bild ist ein typischer Sod-/Ziehbrunnen zusehen. Über dem Brunnenschacht ist ein Spitzdach mit einer Welle, mit welcher das Wasser in einem Eimer hochgezogen werden kann.

[staticflickr.com]

Abb. 4: Hier zu sehen ist ein Röhrenbrunnen aus Holz. Das Wasser fliesst aus einem am Holzpfosten befestigten Rohr und der Brunnentrog bildet ein ausgehöhlter Holzstamm.

[static.zoonar.de]

Abb. 5: Als Beispiel für einen kunstvoll bemalten Brunnen mit einem Brunnentrog in Naturfarbe ist der Simsonbrunnen in Bern.

[upload.wikimedia.org]

Abb. 6: «Anstelle des heutigen Johannesbrunnens in Stans hat – Diebold Schillings Chronik zufolge – auf dem Rathausplatz ein Brunnenwerk mit hölzernem und mit einem Fähnlein bekrönten Stock gestanden. Bald wurde das Beispiel der grossen Städte auch auf der Landschaft nachgeahmt.» [Meintel, 1931], S. 13, Zeile 13-17

Abb. 7: «Es war „bei 6 Sch. ohne Gnad verbotten, Fisch oder anderes in die Brunnen zu tun, oder darin zu waschen; es wurden auch 1 oder 2 heimliche Aufseher gesetzt.» (Mit «6 Sch.» sind sechs Schilling Busse gemeint.)

[Meintel, 1931], S. 19, Zeile 23-25

Abb. 8: Heutzutage werden meistens moderne Brunnen wie dieser Stanser Brunnen hergestellt.